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Freitag, 11. Mai 2012

Punk in der Bibliothek


Ungewöhnliches Geschehen in der Stadtbibliothek von Eckernförde: Gegen Abend strömen rund 50 sehr unterschiedliche Leute in den Leseraum. Ältere und Jüngere und auch viele, die man hier nicht so vermuten würde. Eine Lesung ist angesagt. Aber alles ist anders. Anstatt eines Literaten liest ein (ehemaliger) Punkrocker, statt roten Wein gibt es Freibier und eine Minibühne mit Verstärker, Gitarre, Mikrofon ist auch aufgebaut. Sogar eine Präsentation mit Bildern, eine wilden Jugend ist zu sehen.
Thomas Lötzsch, bestens bekannter Frontmann von "Illegal 2001" liest aus seinem Buch. "Punk op de Deel" heisst der Band, der seine Kindheit und Jugend in der Provinz beschreibt. Und das ständige Bemühen anders und auffallend zu sein und richtig harte Musik zu machen.
Diese Form der Pubertät beschreibt auch, aus der Sicht der Eltern, ein Lied, das Thomas Lötzsch zur Einstimmung vorträgt: "Wie du wieder aussiehst... Was sollen denn die Nachbarn sagen..." "Die Eltern machen sich viel mehr Gedanken um einen, als man selbst" kommentiert Thomas Lötzsch das was Thema des Abends werden soll: Eine wilde Jugend auf dem Dorf. Aber erstmal muss der Autor den jüngeren Leuten im Publikum erklären, was Kindheit und Jugend denn mal war: ohne Internet und Spielboxen, mit Schallplatten anstatt mp3, und warum man tatsächlich raus an die Luft ging und sich mit de Freunden am Waldrand oder Weiher traf. Da gab es noch Strassenkinder mit dem Schlüssel um den Hals. "Was ist Was, das war meine Wikipedia" Thomas ist in beiden Sprachwelten zu Hause, der neuen des Internetzeitalters und der klassischen, als man noch analog ge- und erlebt hat.
"Eine relativ behütete Kindheit" fand Thomas Lötzsch, "denn das ganze Dorf passte auf" Und schon ist der Entertainer mittendrin in den Geschichten seiner Kindheit und Jugend. "Das ist meine erste Lesung" hatte er am Anfang verkündet, als ob das Publikum nachsichtig mit dem Anfänger sein sollte. Dazu bot sich den Zuhörern keinerlei Gelegenheit, den was folgte war eine gekonnt präsentierte Kaskade aus freien Vortrag, gut gespielten Liedern, rasant vorgelesenen Texten und einer Unzahl von punk(t)genau gebrachten Anekdoten. Immer wieder durchhallte heftiges Lachen die sonst eher ehrwürdigen Räumen der Bibliothek. Die erste "Freibierlesung" hat der Bibliothek gut getan, so gelöst und und unterhaltsam. Und Thomas Lötzsch, der meinte sein Publikum mit Freibier und Eintritt "für lau" ködern zu müssen, sollte jetzt sicher sein: Bei dem Unterhaltungswert seines Buches und Vortrages kommt das Publikum auch mit Eintritt auf seine Kosten und gerne. Hoffentlich geht die Reise bald mal wieder in die punkige Jugend in der Provinz. (fst)
"Punk op de Deel", erhältlich für 19,50 € über loetzschmann@aol.com
per email oder per Telefon & Fax 3872. Ausserdem bei Rieck, Tabak und Wein, Langebrückstrasse.

Sonntag, 6. Mai 2012

Mai 4und5

Maitagebuch. Der Mai und die Natur zwischen Käse und Hexenberg
 
Natürlich, was so gut beginnt muss gedämpft werden. Am vierten Tage des "Wonnemonats" regnet es. Bei solchen Glegenheiten, der Himmel ist grau verhangen, alles ist nass und ungemütlich und meist blässt ein kalter Winder bis auf die Haut, bleibe ich lieber daheim.
Die Topfpflanzen die die Nachbarin in den Hof stellt sehen nicht nur nass aus, auch etwas traurig. Mein Bilder auch.

heulende Topftulpe

bei diesem Wetter lohnt es sich wirklich nicht aufzublühen


Zum Ausgleich scheint heute die Sonne. Etwas. Und warm ist es, wenn sie scheint und der Wind durch Knicks, Mauern oder dicke Kleidung abgehalten wird. 
Um die Gunst der Stunde zu nutzen, fahre ich am Morgen gleich meine praktische Lieblingsstrecke mit dem Roller. Nach Holtsee über Altenhof - zur Käserei. Dort gibt es für bescheidene zwei Euros zwei fett belegte Käsebrötchenhälften und einen Pott Kaffee. Ausserdem jede Woche ein anderes, recht grosses Stück Käse für weitere zwei Euros. Draussen in dem kleinen Kaffeehof schaut man auf die Käserei mit ihren Milchtürmen. Das ist der praktische Teil des Miniausflugs.

ein sehr schnelles Bild von meinem leckeren Mal und dem Heimkäse

die Sonne scheint auf die Nase und die Kamera

die Käsekiste gleich zweimal

(warum eigentlich?)

Zurück geht es über Harzhof und Lehmsiek. Eine nette, sehr wenig befahrene Strecke. Die hat den Nachteil sehr kurz zu sein. Von Lehmsiek fahre nach Profit. So einfach ist es: einfach hinfahren und schon kann man Profit geniessen. Richtig schön wird es erst ein paar Meter hinter Profit. da ist der Hexenberg. Mit einem Langgrab (nicht zu sehen) und einer tolle Aussicht. Anhalten, eine rauchen und ein bisschen knipsen und das Leben geniessen. 

Blick vom Hexenberg - mangels Tele etwas flacher

Hexen wissen wohl wo es schön ist

mehr Blick ohne Meer

ein bisschen Hexenstimmung


Den weiteren kurzen Weg nach Eckernförde über Goosefeld habe ich nicht bebildert. 


Morgen ist Wahltag und Frühstücksbühne. Das Thema dieser Kleinkunstveranstaltung, die immer am ersten Sonntag bei Marianne Tralau stattfindet heisst diesmal "Natur". Wie passend. Ich werde, wie immer, fotografieren. Maikulturnaturfotos. oder: Kulturmainaturbilder. Oder - ach spielt doch selbst!

Freitag, 4. Mai 2012

Maierei Tag zweiunddrei

auf der Wiese (mailich) und am Maisee.
am zwei- und dritten Tag im Mai.


Ich verteile den Sonnenschein ein bisschen. Einige Bilder sind an anderen Tagen entstanden. Aber alle in Eckernförde (resp. am Noor) und natürlich im Mai. Diesen Jahres wohlgemerkt, ich pfusche nur ein Weniges. Das ist künstlerische Freiheit. Damit ihr es gleich wisst: Wenn ich dieses Maitagebuch wirklich durchhalte habe ich a) mal wieder keine Aufträge und werde standesgemäss verhungern (egal, dafür gibt es nette Bildchen aus dem Nachlass ;-) b) bleibt das Wetter schön, jedenfalls mehr und weniger und c) werde ich andauernd dem Datum hinterherhinken, da ich d) {tut nichts zu Sache} viel zu lange brauche meine Bilder [die fast alles HDR Fotos sind]  auszuarbeiten. Also hier: fognin als Naturfotograph.








die Bilder liegen, wie immer, auf Picasa
und hier, die "Diashow" denkt euch die sanfte untermalende Musik selber aus...


Spielend in den Mai

mit Svenja und Cyrill im Abenteuerland Wald

Tag eins des mailichen Foto-Tagebuchs

Das Wetter war grossartig, nur wenig und dann noch wärmlicher Wind. Wir sind, nachdem ich fast dazu gezwungen wurde, mit dem Rad ans Noor. Und dann zu Fuss in den Wald.  Dem kleinen Bach folgend, am Schwingseil mussten Svenja und Cyrill sich beweisen. Der alte Mann fotografierte (gute Ausrede). Dann durch Matsch und Gehölz den Bach folgend bis zum Bauernhof. Und zurück, gesittet auf dem Noorweg, bis zu den Rädern. Dann aber noch... 

wurde auf den 2ten Tag vertagt ....











und alle: Picasa
und DIA:





Sonntag, 8. April 2012

Frühstücksbühne am 1.4.12: Flohmarkt - Bilder








Samstag, 7. April 2012

Ausschreitungen in der Nicolaikirche

Ausschreitungen in der Nicolaikirche
Gross angelegte Kompositionen mit fast orchestralen Ausmassen brachte das zweite Konzert diesen Jahres der Konzertreihe "Neue Musik" zur Aufführung. Nur drei Werke erklangen an diesem Abend. Alle drei hatten deutlich länger Spielzeiten und wurden jeweils in recht grosser Besetzung vorgestellt. Namensgebend und am Anfang stand die Uraufführung von Clemens Nachtmanns "ausschreitend" für Ensemble von 2009/2010. Nachtmann, der 2010 als Stipendiat in Eckernförde weilte und während dieser Zeit an seinem Werk feilte, stammt ursprünglich aus Bayern. Musikalische und politische Studien führten ihn nach München, Berlin und Graz. In Österreich hat er einen Lehrauftrag an der Kunstuniversität Graz.

Aufgebaut auf der Idee eines Trauermarsches mit Bezügen zu Beethoven Mahler, Liszt und Berlioz beschäftigte sich der Komponist mit der Geste des Schreitens. Neun Musiker, davon 5 Bläser bildeten das Ensemble, die das schwierig zu spielende Werk mit dreidimensionaler Kraft in den Klangraum der Nicolaikirche stellten. Kraft, Lebendigkeit und Stärke sind die Begriffe die diese Komposition am treffensten beschreiben. Clemens Nachtmann malte mit seinen Tönen einen umfassenden durchseelten Raum, an einen urmächtigen Wald erinnernd, der bewohnt von vielerlei ungestörten Wesen zu sein scheint. Die starke Bläsergruppe (besonders hervorzuheben Wardy Hamburg an verschiedenen Saxophonen) spielte teilweise direkt in den Flügel und veränderte so den Raumklang in faszinierender Weise. Das diesjährige Generalthema der Musikreihe, Räume wurde in Nachtmanns Stück sehr anschaulich. Seine gross angelegten, teilweise heftigen Tonbilder klangen in spannungsgeladenen Pausen aus. Während der erste Satz die Themen in den Raum "stellte", beschäftigte sich der zweite eher mit der inneren Verarbeitung. So ergab sich ein weiterer grandioser Spannungsbogen, der die Thematik "Bewegungen im Raum" vielfach vertiefend spiegelte. Das Werk hat einen umfassenden Erlebnischarakter, es ist ihm zu gönnen auch noch an anderen Orten das Publikum in seinen Bann zu schlagen

Es schloss sich die Komposition "Swamp Forest" (2004) von Larisa Vrhunc an. Die vielfach gespielte Slowenin zeigte in ihrem Werk eine "unfreundliche Waldgegend" die zehn der 14 Musiker gewaltig in Szene setzten. Gerald Eckert setzte das Werk in seinen diesmal sehr kurzen Einführungen in Beziehung zu Lebens- und Sterbeprozessen mit ihren vielfachen Veränderungen. Immer wieder beachtlich, wie das "ensemble reflexion K" auch in sehr grosser Besetzung präzise und durchgeprobt erscheint und auch komplexe Klangwerke lebendig und erlebnisreich vorstellen kann.

Gerald Eckert, der als musikalische Leiter des Abends alle drei Werke dirigierte, hatte eine lange Flugreise hinter sich. Er arbeitet derzeit in Seol (Südkorea) als Professor für Komposition. Als Abschluss dieses gross angelegten Konzertabendes erklang ein alter Publikums-Freund: "An den Rändern des Maßes" (2005/2011) begegnete den Hörern der neuen Musik immer mal wieder während seiner langen Entstehungszeit. Diesmal setzte es einen gekonnten, zusammenfassenden Schlusspunkt. Das Werk beschäftig sich mit Auflösungserscheinungen. Der bewegte Raum, durch zwei Ensemblegruppen deutlich, verlagert sich spürbar nach Innen. Gerald Eckert vermag es, durch seine feinstrukturierten Kompositionen, das musikalische Geschehen in den Zuhörer zu verlagern. Während das Stück mit einer konzentrierten Schluss-Stille im Raum ausklingt, wird es das hörbar begeisterte Publikum noch eine Weile begleiten.

Das nächste Konzert der Reihe Neue Musik, zu dem Gerald Eckert wieder aus Korea anreisen wird, beschäftigt sich mit dem 250. Geburtstag der Häßler Orgel. Am Donnerstag, den 21.6. um 20 Uhr in der St.-Nicolai-Kirche. (fst)



Freitag, 9. März 2012

Donnerstag, 8. März 2012

Frühstücksbühne März 2012

Bilder und ein Film...
Semjons Text ist hier zu finden: http://www.fucktheshit.de/







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